Freitag, 2. April 2010

Es ist soweit - Probehören - Hang Cool Teddy Bear


Die große Stunde für Meat Loaf Fans bricht an. Man kann nun in alle Titel hineinhören und sich erste Eindrücke über das Konzeptalbum verschaffen. Die Aussagen von Meat Loaf bzgl. dieses Albums, dass die Plattenfirma dieses als eine BOOH-Scheibe betiteln wolle und die Art und Weise, wie er sich von BAT III distanziert (ja, es war kein JIM STEINMAN Album, aber es war immer noch großartig - trotz Produktionsmacken), stimmt mich nachdenklich

Die ersten Tracks, die man über YouTube oder über die UNIVERSAL-Seite hören konnte, erzeugen für mich ein eher schwaches Bild. Zwar gefällt mit die Idee eines Konzeptalbums mit rotem Faden, aber wo sind die Zeiten unseres Bombasturgesteins plötzlich hin? Er wollte so ein Album immer machen. Schön und gut, aber muss man damit seinen Fans so vor den Kopf stoßen? Das Video zu LOS ANGELOSER ist eine Beleidigung, wenn man es mal ganz hart ausdrücken möchte und der Song ist nach DO IT der wohl schlechteste, den Meat je intoniert hat.

Dennoch klingen Titel wie Peace on earth nicht übel und Anleihen an Bat out of hell sind nicht zu überhören. Dennoch bin ich aufgrund der Hörproben, die man überall so aufschnappen konnte, sehr ernüchtert. Ich weiß noch, dass mich damals mehrere Gänsehautschauer heimsuchten, als ich bei BAT III in Blind as a bat und Alive hineinhören durfte. Das neueste Werk erzeugt bei mir diese Neugierde und Anspannung leider nicht. Ja, ich bin sehr negativ gestimmt. Und ich zähle mich zu den wohl größeren Meat Loaf Fans, die es gibt. Ich hoffe sehr, dass mich das Album doch noch fesseln kann und es doch nicht der Verrat an seinem Stil ist, der sich für mich gerade ankündigt. Derzeit jedoch manifestieren sich Skepsis, Ernüchterung und Wehmut nach den glanzvollen Zeiten eines der größten Rocksänger aller Zeiten.

Like a bat out of hell, I´ll be gone when the morning comes...

Die Dämmerung scheint anzubrechen...

Erste Eindrücke des kompletten Albums


EDIT: Nur um das mal etwas einzuordnen, hier noch mal der Trailer, der damals BAT III vorstellte. Die Gänsehaut ist immer noch spürbar...

Dienstag, 30. März 2010

MEAT LOAF - Hang Cool Teddy Bear - Bonussong "Prize Fight Lover"

Nach der unterirdischen Singleauskopplung, ja ich werte diesen Schrott jetzt mal, Los Angeloser, gibt es den Song Prize Fight Lover als freien Download, der auf einer der Sonderausgaben als Zusatzsong enthalten wird.



Mein Urteil: Deutlich besser als Los Angeloser, aber, so traurig mich es auch stimmt, das hat mit dem Bombasturgestein nichts zu tun. Nett. Aber "Nett" ist der kleine Bruder von? Genau.

Auf der Suche nach neuem Material - Neuer Lichtblick?


Es dauert, bis man diese CD findet, die man einlegt und man sofort gefangen ist, denn ja, auch im Melodicrockbereich gibt es viel Mist.

Ich habe schon einige tolle Scheiben dieser Gangart vorgestellt, über manchen noch nicht geschrieben (Journey, Survivor) um Alteingesessene nicht zu langweilen.

Jetzt ist vor vier Tagen eine neue Platte herausgekommen. Und die ersten beiden Songs, die man Probe hören kann klingen sehr vielversprechend.








Auch, wenn es nur ein Fanvideo ist: Dass ausgerechnet einer der besten Filme als Inspirationsquelle Pate stand für die EInstellung finde ich sehr amüsant: High Fidelity.




Zugleich wurde von MELODICROCK.com eine zweite Platte vor kurzem vorgestellt und mit satten 92% bewertet. Ob sie meinen Geschmack trifft...bleibt gespannt.

Donnerstag, 11. März 2010

Lichtblick #7: Street Talk - V


Heute kommen wir mal zu einem echten Geheimtipp, denn die Wahrscheinlichkeit, diese Platte nicht zu kennen, ist recht groß, da die schwedische Rockband Street Talk nie zu großem Ruhm gekommen ist.

Mit ihrem fünften Werk V liefern die Jungs um Bandgründer Fredrik Bergh 2006 eine beachtliche Scheibe ab, die vielschichtig, verträumt und melancholisch ist, aber dennoch auf eine ganz charmant-leichtfüßige Art daher kommt. Dennoch: Ware Rocker werden mit diesem Album sicher nicht warm; dafür streifen Street Talk zu oft an der Pop-Grenze, machen jedoch ihren ganz eigenen Stil dadurch deutlich.

Responsible: Der Opener funktioniert sehr gut. Hier geht es nicht um harte Gitarren, sondern um weichen und melodiösen PopRock, wenn man so möchte. Die Stimme von Göran Edman hat dabei eine eigenwillige Klangfarbe mit hohem Wiedererkennungswert. Durch dezenten Synthezisereinsatz werden wohlige Erinnerungen an die 80er wach. Härter als dieser Song werden Street Talk auf V nicht. Wem dieser Song zu seicht, zu soft und zu wenig rockig ist, der kann den Player abstellen. Für alle Anderen, die Wert auf tolle Melodien legen, geht es jetzt erst los...
Don`t believe: Die Strophen dieses Songs sind der Wahnsinn. Edmans Stimme ist dabei ein wahrer Genuss. Ich kann sie immer und immer wieder hören und jedes Mal breitet sich eine wohlige Gänsehaut aus. Leider ist der Refrain dagegen etwas flach; der prechorus steigert die Erwartung einfach zu hoch. Schlecht ist er nicht, aber die Strophen haben eine wesentlich höhere Aufforderung des Mitsingens.
If I could: Eines der Highlights der Scheibe. Wer hier keine gute Laune bekommt, dem ist nicht mehr zu helfen. Edmans wohlige Stimmfarbe sticht auch hier wieder heraus. Der Refrain ist ein wahrer Ohrwurm. Ein Song für den nahenden Frühling und potentiell Verliebte.
At the end of the day: Dieser Song markiert die Stärken von Street Talk. Man lehnt sich zurück und kann die Welt um sich vergessen. Diese melancholische Stimmung macht den Hörgenuss aus. Nicht penetrant, aber auch nicht belanglos. Einfach toll.
Family business: Jetzt wird es nostalgisch. Der Syntheziser erzeugt großen Retrocharme. Beim Refrain ist jedoch meine persönliche Schmalzgrenze erreicht. Schmunzeln muss man dennoch.
Just a little appetizer: Hier knüpft man wieder an Don´t believe an. Edman verzaubert erneut und der Refrain kann hier auch das Niveau der Strophen halten. Die positive Stimmung kann man förmlich aufsaugen.
Something`s gotta give: Wieder ein Song, um alles herum zu vergessen. Für mich ein weiteres Juwel des Albums. Leichtfüßig und voller positiver Energie. Und wenn man so richtig ins Träumen gekommen ist, drückt man auch schon mal auf repeat. Sicher ein Song für nachdenkliche Stunden oder einfach nur, um neue Kraft zu tanken.
Groundhog day: Der Anfang dieses Titels nimmt schon isoterische Züge an. Ein echter Kuschelsong im besten Sinne. Wenn man nur könnte, dann würde mit dem Auto am Straßenrand anhalten, aussteigen, sich auf die Motorhaube legen und den Sonnenuntergang bestaunen. Für diesen Song muss man in der richtigen Stimmung sein. Dann kann man nahezu meditativ entspannen oder seinen Partner einfach mal herzhaft umarmen.
Sniper: Gut, wem diese Ausführungen und auch der vorherige Titel zu seicht und schnulzig waren, der bekommt mit Sniper neues Futter - Responsible und If I could lassen grüßen und auch dieser zehnte Song knüpft natlos an diese beiden Nummern an.
Oh Maddy: Ähnlich zu Something`s gotta give, aber eine lieblose Kopie liegt hier bei weitem nicht vor. Kurz vor Abschluss des Albums darf noch einmal geträumt werden und Edman schmeichelt erneut den Gehörgängen. Toller Refrain.
Brother sun and sister moon: Der mehrstufige Refrain entlässt den Hörer in entspanntem Zustand. Gelungener Ausklang eines ganz eigenwilligen Albums. Die Gitarren verstecken sich hier weit im Hintergrund, was aber dem Hörgenuss nur zuträglich ist.

Fazit: Street Talk´s V ist ein sehr softes Album. Es schrammt gerade noch so an der AOR-Grenze, aber durch wohlbekannte Stilelemente wie dem immer präsenten Syntheziser lässt sich doch noch in diesem Genre verordnen. Zugleich zeichnen sich die Schweden durch ihren ganz eigenen Stil aus. Gerade diese melancholischen Zwischentöne sind es, die eine tolle emotionale und nahezu katharsische Wirkung erzielen. Dieses Album ist für die stillen Momente, für das Zurückziehen, für Minuten des Abschaltens und Regenerierens. Die Zeit scheint stillzustehen und für diese Wirkung muss man dieses Album einfach lieben. Für die partyhungrigen Rocker unter uns ist diese Platte nichts. Alle Anderen erfreuen sich an emotionalen und schönen Melodien mit der schmeichelnden Stimme Edmans, die den Hörer immer wieder aufs Neue zu verzaubern vermag. Man muss froh sein - um ein Haar hätte es dieses Album nie gegeben, denn nach Destination wollten sie ursprünglich aufhören. Wenn damit V kein echter Lichtblick ist...


Mittwoch, 24. Februar 2010

MEAT LOAF: Neue Single - Probehören - Los Angeloser

Im englischen Radio gibt es eine Kostprobe für das neue Album.

http://www.bbc.co.uk/iplayer/console/b00qxy51

Einfach mal auf 1:44 vorspulen.

Zwei Urteile wären möglich: Verrat an seinem Bombaststil oder eine Neuerfindung.

Urteilt selbst.

Meat Loaf - Hang Cool Teddy Bear


Im April ist es soweit. Das neue Album von Rock-Urgestein Meat Loaf mit dem etwas merkwürdigen Namen HANG COOL TEDDY BEAR wird dann erscheinen. Ob es musikalisch das halten kann, was das tolle Artwork verspricht....wir werden sehen.

Dennoch ist das Anlass genug, um hier noch einmal auf die BEHIND THE MUSIC Episode zu dem aus meiner Sicht größten Rockstar hinzuweisen.

http://www.jasongoodman.tv/shows/behind-the-music/meatloaf/

Viel Vergnügen und großes Lob an Jason Goodman für seine grandiose Serie!

Sonntag, 21. Februar 2010

Lichtblick #6: Magnum - On a storyteller´s night


Kennen Sie Magnum? Und damit meine ich nicht die Serie, mit welcher Tom Selleck großen Erfolg feierte. Die 1972 gegründete (Hard)Rockband aus England ist Kennern der Szene sehr bekannt, kam jedoch nie zu ganz großem Ruhm. Angesichts der gebotenen musikalischen Qualität und dem gemessen an anderen AOR-Bands anspruchsvollerem Songwriting durch Tony Clarkin bleibt mir das unverständlich.

1983 schien dabei für die Band ein vorzeitiges Ende anzustehen. Das schon vierte Album "The Eleventh Hour" verkaufte sich mäßig und ließ nicht ansatzweise erahnen, dass mit Album Nr. 5 neue Maßstäbe gesetzt werden sollten. Dann erschien "On A Storyteller`s Night" und obwohl man sich noch weiter von den ursprünglichen Hardrock-Wurzeln entfernte, muss man dieses Album als einen der Glanzpunkte des Genres bezeichen, der trotz klarem 80er Sound in keiner Sammlung fehlen sollte.

How Far Jerusalem: Allein dieser Song markiert die Stilrichtung von MAGNUM. Komplex, sperrig mit tiefsinnigen Texten und nicht immer ganz genretreuen Twists. So ist dieser Opener 6:28 Minuten lang und zeugt von tiefsinnigem Anspruch. Partymusik hört sich freilich anders an. Bob Catleys Stimme ist dabei ein Erlebnis. Seine helle klare und dennoch kraftvolle Farbe ist ein klares Markenzeichen der Band.
Just Like an Arrow: Mit diesem Song geht es nun etwas konventioneller und fetziger zur Sache. Strophe und Refrain sind dabei so prägnant und fesselnd, dass man sie sicher als Neuhörer tagelang nicht aus dem Kof bekommt.
On A Storyteller´s night: Erneut treten MAGNUM den Beweis dafür an, warum man dieser Band doch recht schnell verfallen kann. Was balladesk und still beginnt, zieht nach kurzer Zeit zu einer tollen Rocknummer an um dann wieder melancholisch zu enden. Immer wieder wechseln sich stille und langsame mit progressiven Elementen ab. In Sachen Songwriting setzt Tony Clarkin immer wieder Maßstäbe und gerade diese Vielschichtigkeit macht das gleichnamige Album zu einem tollen Erlebnis.
Before First Light: Die Gitarren begeistern. Wenn man genau hinhört, entdeckt man auch in diesem Song immer wieder neue Elemente, die man vorher nicht bemerkt hat. Konzenrtieren Sie sich einmal nur auf die Gitarren und dann mal nur auf die Arbeit am Synthesizer. Grandios!
Les Mort Dansant: Dieser Antikriegssong ist in meinen Augen ein Jahrhundertwerk. Das ist ganz große Kunst und in Sachen Komposition von einer derartigen Intensität, dass man in regelmäßigen Abständen einem Gänsehautschauer unterliegt. Auch hier sollten Sie mal darauf achten, wie nach und nach weitere Instrumente einsetzen und in welcher perfekter Symbiose sie das Klangbild erzeugen. Wahnsinn! Einer der besten Song von MAGNUM und darüber hinaus ein klares Genrehighlight. Mit seinen abwechslungsreichen knapp 6 Minuten ein Song für die Ewigkeit...
Endless love: Dieser Song ist meiner Ansicht etwas schwächer. Wenngleich mir die Strophen sehr gut gefallen, flacht der Refrain doch sehr ab. Mir fehlt hier einfach etwas die melodische Vielfalt, die sonst geboten werden.
Two Hearts: Ein Ohrwurmkracher. Allein das Intro mittels Akustikgitarre ist grandios, lässt es doch in keinster Art und Weise erahnen, wie der Song weitergeht. Der Refrain lässt einen wochenlang nicht los...
Steal Your Heart: Gute Laune pur. Auch dieser Song stellt eindrucksvoll unter Beweis, mit welcher Elementvielfalt Magnum ihren ganz individuellen Stil kreieren.
All England Eyes: Dieser Song kann mich leider am wenigsten begeistern. Zu eintönig steht er klar hinter den anderen Meisterwerken dieses Albums.
The Last Dance: Das Album endet mit einer der schönsten und zugleich traurigsten Balladen, die ich kenne. Kein Kitsch, einfach intensiv und eine Melodie zum Niederknien. Der perfekte Ausklang eines einzigartigen Albums.

Fazit: Von Fans wird dieses Album als das Meisterwerk von Magnum gefeiert. On A Storyteller`s Night ist in jeder Hinsicht eine überragende Produktion. Das Songwriting Clarkins stellt die Speerspitze des Genres dar. Bob Catleys Stimme und die Instrumentalisierung gehen eine perfekte Symbiose ein und erzeugen und tolles, unverwechselbares und intensives Klangerlebnis. Dazu gesellen sich Texte, die man wirklich als kleine Geschichten beschreiben kann und die einem immer wieder Bilder in den Kopf zaubern oder nachdenklich stimmen. Gerade Les Morts Dansant bewegt in tiefer Art und Weise. Und auch wenn es nur 10 Titel sind, von denen zwei sogar ein wenig abfallen, ist der Rest dieses Albums von eben dieser herausragenden Qualität, das ich jedem wirklich rate, sich dieses Album in der 2005 veröffentlichten Neuauflage zuzulegen. Jeder, der gerne bewusst und nicht nur nebenher Musik hört, den erwarten auf On A Storyteller`s Night wahre Schätze, die berühren. Ein herausragendes Album und in jeglicher Hinsicht einzigartig...